…gewusst? Hermine Heusler-Edenhuizen -Fachärztin Frauenheilkunde

Hermine Heusler-Edenhuizen wurde 1872 auf Burg Pewsum bei Emden als viertes von sieben Kindern eines Arztes geboren. Den Vorschlag ihres Vaters, sich in der liberaleren Schweiz auf ein Studium vorzubereiten, lehnte sie zuerst ab.

Nach einer schweren Krankheit geriet sie aber in eine Sinnkrise und begann, viel zu lesen. Im Zuge dieses Selbststudiums stieß sie 1893 auf die Zeitschrift „Die Frau“, in der von Helene Lange Gymnasialkurse für Frauen angeboten wurden. Hermine Heusler-Edenhuizen entschloss sich daraufhin, das Abitur nachzuholen und legte dieses auch 1898 ab. Sie blieb Helene Lange ihr Leben lang verbunden.

Danach begann Heusler-Edenhuizen ein Studium, wobei sie aber, da Frauen an den Universitäten noch nicht zugelassen waren, für jeden Vorlesungsbesuch den zuständigen Professor um Erlaubnis bitten musste. Trotzdem studierte sie in Zürich, Halle und Bonn Medizin (Examen 1903) und ließ sich zur Fachärztin für Frauenheilkunde ausbilden.

In Bonn lernte sie auch ihren späteren Ehemann Otto Heusler kennen und heiratete ihn 1912. Diese Heirat galt als Skandal, weil sich Heusler ihretwegen scheiden ließ und außerdem bei der Heirat ein Ehevertrag zugunsten Hermine Heusler-Edenhuizens geschlossen wurde. Dadurch ging gegen allgemeines Recht die Verfügungsgewalt über ihr Vermögen und die Entscheidungsgewalt über ihre Berufstätigkeit nicht auf ihren Ehemann über.

Berliner Gedenktafel in Berlin-Charlottenburg

Als Frauenärztin war sie seit 1911 in Berlin niedergelassen, wo sie auch bis 1937 in einer Praxis für Privatpatienten praktizierte. Heusler-Edenhuizen war darüber hinaus auch Frauenrechtlerin und trat seit den zwanziger Jahren für die Abschaffung des Paragraphen 218 ein. Von 1924 bis 1928 war sie Gründungsvorsitzende des Verbandes deutscher Ärztinnen.

Quelle: Wikipedia